 |
Turmalin 2000
Die Sonderschau im Deutschen Edelsteinmuseum ist dem Turmalin,
dem "Edelstein des Regenbogens" gewidmet.
Lange fristete er ein Schattendasein und wurde mit anderen Edelsteinen
verwechselt, zumeist überhaupt nicht als eigenständiger Stein
erkannt.
Im russischen Zarenschatz befindet sich ein großer Rubellit, ein
roter Turmalin, der jahrhundertelang für einen Rubin gehalten
worden war. Portugiesische Adlige hielten die wunderschönen grünen
Turmaline aus Brasilien lange für Smaragde.
Erst mit Ende des 19. Jahrhunderts wurde er populär: "Grün,
man verlangt grün" signalisierte der in New York lebende
Edelsteinhändler Rudolf C. Wild 1898 verzweifelt nach Idar. Man
erinnerte sich an einige Turmaline, die zusammen mit Achaten aus
Brasilien eingetroffen waren. Lange konnte man nichts damit anfangen,
sie verstaubten in Kellerecken. Mit Einführung der Lapidärkunst
(Schleifen der Edelsteine auf horizontal laufenden Metallscheiben)
war es nun möglich, auch diese Edelsteine zu bearbeiten. Jetzt
machte Turmalin durch die Edelsteinschleifer der Region Idar-Oberstein
plötzlich Karriere als Edelstein. Im Laufe der letzten hundert
Jahre wurden immer mehr Vorkommen dieser farbenfrohen Edelsteine
entdeckt, nach Südamerika und Rußland (Ural) folgten Vorkommen
im afrikanischen Kontinent, wie beispielsweise Anfang des Jahrhunderts
in Namibia und Madagaskar, später Sambia, Kenia, Tansania und
seit Beginn der 80er Jahre Nigeria, das sich zu einem der wichtigsten
Produzenten von Turmalinen entwickelt hat. Auch Vorkommen in Asien,
insbesondere Afghanistan, Pakistan, Burma, Vietnam und China sind
hier von Bedeutung. Kanada , die USA (Kalifornien, Maine) und
Westaustralien lieferten ebenfalls Turmaline in Edelsteinqualität.
Einige Ausblicke auf die Ausstellung (© 2000 Deutsches
Edelsteinmuseum, Idar-Oberstein):

|
|
Begrüßt wird der Besucher mit einer
Champagnerflasche aus grünem
Turmalin, im massiv goldenen Kübel
mit "Eiswürfeln" aus Bergkristall
(Höhe etwa 7 cm)
Photo: Dr. J. Zang, Idar-Oberstein)
|
Diese Champagnerflasche wird begleitet von elf
facettierten Turmalinen feinster Qualtität bis über
100 Karat Gewicht.
Im Zentrum dieser Vitrine befindet sich ein
Turmalinkristall mit ungewöhnlicher Kristallisation,
hier auf einer anderen Aufnahme.
|
|
|
Deutsches Edelsteinmuseum - Hauptstraße 118 - 55743 Idar-Oberstein
Tel.: (+49) 06781-90 09 80 - Fax: (+49) 06781-94 42 66 - e-mail: info@edelsteinmuseum.de
|