Die
Achat- und Jaspisvorkommen an der oberen Nahe sind mit ihrer
Vielfalt an Farben und Formen die Wurzeln der über 500
Jahre alten Idar-Obersteiner Edelsteinindustrie.
Historische
Fundstellen wie der Weiselberg bei Oberkirchen, der Galgenberg/Steinkaulenberg
bei Idar-Oberstein, die Freisener Höhe, Grünbach
bei Baumholder, Reichweiler oder das Fischbachtal sind für
Achatliebhaber aus aller Welt ein Begriff.
Die Ausstellung im Deutschen Edelsteinmuseum zeigt beeindruckende
Funde, die aus zahlreichen Museen und Privatsammlungen zusammengestellt
wurden und hinter denen oftmals eine jahrzehntelange, mühevolle
Suche nach dem "perfekten Achat" steht - farbenprächtig,
vollständig erhalten und mit feinster Bänderung.
Auch heute noch werden aus den Edelsteinen heimischer Vorkommen
beeindruckende Werke der Steinschneidekunst geschaffen.
Die diesjährige Sonderausstellung im Kellergewölbe
des Deutschen Edelsteinmuseums ist die wohl vielfältigste
Präsentation von Achat- und Jaspisfunden der Edelsteinregion
um Idar-Oberstein, die je zusammengetragen wurde.
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1375 Erste Erwähnung von Achatfunden in der Region durch
den Metzer Domherren Otto von Diemeringen.
1454 Erste Nachricht von einem Steinbergwerk bei Catarin-Ostern
(Oberkirchen) am Wiesenberge (Weiselberg).
1497 Regelung der Schürfrechte durch die Herren von Oberstein
in den Bergwerken bei Oberkirchen und Freisen.
1531 Erste Erwähnung einer Achatschleife in Oberstein.
1544 Sebastian Münster berichtet von Grabungen nach Chalcedon
und Rötelstein bei St. Wendel (Oberkirchen, Freisen).
1546 Georgius Agricola berichtet von Achatvorkommen bei St.
Wendel (Oberkirchen, Freisen).
1600 Mattes Krätsch, Römisch-Kaiserlicher Gesandter
Rudolf II. besucht die Region und lässt Achate und Jaspisse
nach Prag transportieren.
1609 Philipp Franz von Daun, Graf zu Falkenstein, Herr zu
Oberstein und Bruch erlässt eine Zunftordnung für
Achatschleifer.
1776 Erstbeschreibung des Achatabbaus im Steinkaulenberg und
der Schleiftechnik am Idarbach durch Alessandro Cosimo Collini.
Johann Jakob Ferber berichtet von den Achat- und Jaspisbrüchen
Uzenbach, Grünbach, Rohneberg, Berschweiler, Eckersweiler
und Pfeffelbach.
1827 Auswanderer aus der Region entdecken in Brasilien die
riesigen Achatvorkommen.
1834 Erste Sendung brasilianischer Achate kommt nach Idar,
dadurch ein enormer Aufschwung der Schleifindustrie. Der Abbau
heimischer Rohsteine geht zurück und wird unrentabel.
1870 Der offizielle Achat- und Jaspisabbau kommt nach einer
über 500-jährigen Tradition zum Erliegen. Im Steinkaulenberg
soll noch bis 1875 gegraben worden sein.
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Die
Achat- und Jaspisvorkommen im Raum Idar-Oberstein sind nicht
erschöpft, wie vielfach behauptet wird. An leicht zugänglichen
und gut abbaubaren Stellen sind sie natürlich ausgebeutet.
So gruben nach dem Zweiten Weltkrieg z.B. Niederwörresbacher
Achatschleifer zwischen Niederwörresbach und Gerach und
Vollmersbacher Schleifer auf Wäschertskaulen bei Idar
nach Jaspis. Bauern aus Eckersweiler sammelten auf frisch
gepflügten Feldern Achate, die von Idarer Schleifern
mit Handkarren abgeholt wurden.
Durch
die vermehrten Tiefbautätigkeiten nach dem Zweiten Weltkrieg
wurden insbesondere bei Idar-Oberstein, Baumholder und Freisen
kurzfristig viele neue Achat- und Jaspisfundstellen aufgeschlossen.
Bei Ausschachtungsarbeiten für eine Wohnsiedlung in der
Nähe des Steinkaulenbergs transportierten Algenrodter
und Idarer Achatschleifer zentnerweise Jaspisse ab, die dann
in ihren Betrieben verarbeitet wurden.
Beim Bau der Bundesautobahn A 62 und ihren Zubringerstraßen
wurden in den Jahren 1977-79 zwischen den Anschlussstellen
Reichweiler und Birkenfeld Achate, Jaspisse und verkieselte
Hölzer in hervorragender Qualität gefunden.
Die letzten insbesondere für Sammler bedeutenden Achatfunde
stammen aus dem Jahre 2001. Bei Ausschachtungsarbeiten für
die Fundamente einiger Windkraftanlagen auf der Freisener
Höhe fand man Achate mit außergewöhnlichen
Farben und Zeichnungen.
Die Sonderausstellung basiert auf einer Idee und der Initiative
von Herrn Rudolf Dröschel, Kuratoriumsmitglied des Deutschen
Edelsteinmuseums Idar-Oberstein, der in Zusammenarbeit mit
dem international bekannten Achatsammler, Herrn Rainer Hoffmann-Rothe
aus Schauren bei Idar-Oberstein, für die Beschaffung
der Ausstellungsobjekte und die Gestaltung der Ausstellung
verantwortlich zeichnet. Beide werden durch die Mitglieder
des Kuratoriums des Deutschen Edelsteinmuseums und zahlreiche
Achatsammler aus den Fundgebieten um Idar-Oberstein, Baumholder
und Freisen unterstützt. Bedeutende Museen, u.a. das
Senckenberg Museum in Frankfurt am Main, stellen aus ihren
Sammlungen die besten Achate und Jaspisse aus der Edelsteinregion
Idar-Oberstein für diese einmalige Sonderausstellung
zur Verfügung.
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