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Achat + Jaspis

- Wurzeln der Edelsteinregion Idar-Oberstein -

Eine Sonderausstellung im Kellergewölbe des Deutschen Edelsteinmuseums in Idar-Oberstein
vom 31. Juli bis zum 28. November 2004

Die Achat- und Jaspisvorkommen an der oberen Nahe sind mit ihrer Vielfalt an Farben und Formen die Wurzeln der über 500 Jahre alten Idar-Obersteiner Edelsteinindustrie.

Historische Fundstellen wie der Weiselberg bei Oberkirchen, der Galgenberg/Steinkaulenberg bei Idar-Oberstein, die Freisener Höhe, Grünbach bei Baumholder, Reichweiler oder das Fischbachtal sind für Achatliebhaber aus aller Welt ein Begriff.

Die Ausstellung im Deutschen Edelsteinmuseum zeigt beeindruckende Funde, die aus zahlreichen Museen und Privatsammlungen zusammengestellt wurden und hinter denen oftmals eine jahrzehntelange, mühevolle Suche nach dem "perfekten Achat" steht - farbenprächtig, vollständig erhalten und mit feinster Bänderung. Auch heute noch werden aus den Edelsteinen heimischer Vorkommen beeindruckende Werke der Steinschneidekunst geschaffen.

Die diesjährige Sonderausstellung im Kellergewölbe des Deutschen Edelsteinmuseums ist die wohl vielfältigste Präsentation von Achat- und Jaspisfunden der Edelsteinregion um Idar-Oberstein, die je zusammengetragen wurde.

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1375 Erste Erwähnung von Achatfunden in der Region durch den Metzer Domherren Otto von Diemeringen.
1454 Erste Nachricht von einem Steinbergwerk bei Catarin-Ostern (Oberkirchen) am Wiesenberge (Weiselberg).
1497 Regelung der Schürfrechte durch die Herren von Oberstein in den Bergwerken bei Oberkirchen und Freisen.
1531 Erste Erwähnung einer Achatschleife in Oberstein.
1544 Sebastian Münster berichtet von Grabungen nach Chalcedon und Rötelstein bei St. Wendel (Oberkirchen, Freisen).
1546 Georgius Agricola berichtet von Achatvorkommen bei St. Wendel (Oberkirchen, Freisen).
1600 Mattes Krätsch, Römisch-Kaiserlicher Gesandter Rudolf II. besucht die Region und lässt Achate und Jaspisse nach Prag transportieren.
1609 Philipp Franz von Daun, Graf zu Falkenstein, Herr zu Oberstein und Bruch erlässt eine Zunftordnung für Achatschleifer.
1776 Erstbeschreibung des Achatabbaus im Steinkaulenberg und der Schleiftechnik am Idarbach durch Alessandro Cosimo Collini.
Johann Jakob Ferber berichtet von den Achat- und Jaspisbrüchen Uzenbach, Grünbach, Rohneberg, Berschweiler, Eckersweiler und Pfeffelbach.
1827 Auswanderer aus der Region entdecken in Brasilien die riesigen Achatvorkommen.
1834 Erste Sendung brasilianischer Achate kommt nach Idar, dadurch ein enormer Aufschwung der Schleifindustrie. Der Abbau heimischer Rohsteine geht zurück und wird unrentabel.
1870 Der offizielle Achat- und Jaspisabbau kommt nach einer über 500-jährigen Tradition zum Erliegen. Im Steinkaulenberg soll noch bis 1875 gegraben worden sein.

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Die Achat- und Jaspisvorkommen im Raum Idar-Oberstein sind nicht erschöpft, wie vielfach behauptet wird. An leicht zugänglichen und gut abbaubaren Stellen sind sie natürlich ausgebeutet.
So gruben nach dem Zweiten Weltkrieg z.B. Niederwörresbacher Achatschleifer zwischen Niederwörresbach und Gerach und Vollmersbacher Schleifer auf Wäschertskaulen bei Idar nach Jaspis. Bauern aus Eckersweiler sammelten auf frisch gepflügten Feldern Achate, die von Idarer Schleifern mit Handkarren abgeholt wurden.
Durch die vermehrten Tiefbautätigkeiten nach dem Zweiten Weltkrieg wurden insbesondere bei Idar-Oberstein, Baumholder und Freisen kurzfristig viele neue Achat- und Jaspisfundstellen aufgeschlossen. Bei Ausschachtungsarbeiten für eine Wohnsiedlung in der Nähe des Steinkaulenbergs transportierten Algenrodter und Idarer Achatschleifer zentnerweise Jaspisse ab, die dann in ihren Betrieben verarbeitet wurden.
Beim Bau der Bundesautobahn A 62 und ihren Zubringerstraßen wurden in den Jahren 1977-79 zwischen den Anschlussstellen Reichweiler und Birkenfeld Achate, Jaspisse und verkieselte Hölzer in hervorragender Qualität gefunden.
Die letzten insbesondere für Sammler bedeutenden Achatfunde stammen aus dem Jahre 2001. Bei Ausschachtungsarbeiten für die Fundamente einiger Windkraftanlagen auf der Freisener Höhe fand man Achate mit außergewöhnlichen Farben und Zeichnungen.

Die Sonderausstellung basiert auf einer Idee und der Initiative von Herrn Rudolf Dröschel, Kuratoriumsmitglied des Deutschen Edelsteinmuseums Idar-Oberstein, der in Zusammenarbeit mit dem international bekannten Achatsammler, Herrn Rainer Hoffmann-Rothe aus Schauren bei Idar-Oberstein, für die Beschaffung der Ausstellungsobjekte und die Gestaltung der Ausstellung verantwortlich zeichnet. Beide werden durch die Mitglieder des Kuratoriums des Deutschen Edelsteinmuseums und zahlreiche Achatsammler aus den Fundgebieten um Idar-Oberstein, Baumholder und Freisen unterstützt. Bedeutende Museen, u.a. das Senckenberg Museum in Frankfurt am Main, stellen aus ihren Sammlungen die besten Achate und Jaspisse aus der Edelsteinregion Idar-Oberstein für diese einmalige Sonderausstellung zur Verfügung.

 

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